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Ausgabe 03/2010
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Kongress „Charta der Vielfalt“
Am 23. September 2010 findet in Berlin der Kongress „Charta der Vielfalt“ statt. Thema der Veranstaltung ist die zunehmende Vielfalt des Arbeitsmarktes in Deutschland und die damit einhergehenden Veränderungen.
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Die Charta im Wortlaut
Die Vielfalt der modernen Gesellschaft, beeinflusst durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, prägt das Wirtschaftsleben in Deutschland...
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„Ich freue mich, dass erste Unternehmen ihre Bereitschaft signalisiert haben, die ‚Charta der Vielfalt‘ in der neuen Vereinsstruktur aktiv mitzugestalten und zu finanzieren. Die Förderer setzen damit ein Signal, dass sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und das Thema Diversity Management in Deutschland voran bringen wollen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass noch weitere Organisationen dazustoßen, und freue mich auf Rückmeldungen aus dem Kreis der Unterzeichner."
Mit der Gründung des Vereins „Charta der Vielfalt e.V.“ soll im September 2010 eine neue Trägerstruktur für die Initiative „Charta der Vielfalt“ geschaffen werden. Als Public-Private-Partnership wird der Verein in Zukunft die Geschäfte der Initiative führen und deren Aktivitäten finanzieren. Erste Zusagen von Unternehmen, die Initiative zu fördern, liegen vor. Staatministerin Böhmer ruft nun weitere Unterzeichner-Organisationen auf, sich inhaltlich und finanziell im neuen Verein zu engagieren.
Seit Anfang 2009 wurde in mehreren Schritten eine neue Trägerstruktur für die „Charta der Vielfalt“ entwickelt: Die Online-Befragung im Sommer 2009 hat ein breites Meinungsbild aus dem Kreis der Unterzeichner geschaffen, wie die „Charta der Vielfalt“ weiterentwickelt werden soll. Die Befragung wurde dann im Fachbeirat ausgewertet und diskutiert. Das auf dieser Grundlage entwickelte Modell setzt auf die Bereitschaft einzelner Unterzeichnerorganisationen sich im Rahmen eines Vereins verstärkt für die Initiative zu engagieren und bietet im Gegenzug Gestaltungsmöglichkeiten für die Förderer über deren Stimmrecht in der Mitgliederversammlung. Voraussetzung für ein Engagement im Verein ist die Zusage über eine Förderung in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr über drei Jahre als Mitgliedsbeitrag. Fördermitglieder müssen ferner die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet haben.
Die Vereinsmitglieder bilden die Mitgliederversammlung, in der in Zukunft die strategischen Weichen für die Initiative gestellt werden. Ein in diesem Kreis gewählter Vorstand leitet die Geschäfte und trifft grundsätzliche Entscheidungen. Für die operative Leitung der Geschäftsstelle wird eine Geschäftsführerin oder ein Geschäftsführer berufen. Die Vereinsmitglieder verpflichten sich mit dem Beitritt zum Verein zur Wahrnehmung der Interessen aller Unterzeichnerorganisationen. Darüber hinaus sieht die Satzung die Etablierung eines Beirats mit beratender Funktion für den Vorstand vor, in dem alle Unterzeichnersegmente aus Großunternehmen, KMU, Kleinunternehmen und der öffentlichen Hand vertreten sind.
Zusagen zur Beteiligung am Verein sollten bis zum 14.08.2010 erfolgen. Interessierte erhalten weiter gehende Informationen auf Anfrage unter info@vielfalt-als-chance.de. Für Rückfragen erreichen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regiestelle unter 030 39927-3456.
Mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden waren am 10. Juni 2010 in Rostock zusammen gekommen, um an einer Veranstaltung unter dem Titel „Charta der Vielfalt“ teilzunehmen.
Der Verein Charisma e.V., der DGB Rostock, das Deutsche Jugendherbergswerk Rostock, die Ferdinand Schultz Nachfolger Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG und das ICR Informatik Center Roggentin unterzeichneten bei dieser Gelegenheit die Charta. Außerdem berichteten Unternehmerinnen und Unternehmer über ihre Erfahrungen aus der Praxis sowie über die Vorteile und Herausforderungen der beruflichen Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund. Im Anschluss gab es Gelegenheit zum informellen Austausch. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock hatte die Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein migra e.V. und der Bürgerinitiative Bunt statt braun e.V. initiiert. Schon im vergangenen Jahr waren viele Unternehmen, Vereine und Institutionen der „Charta der Vielfalt“ in Rostock beigetreten, darunter auch die Hansestadt Rostock.
Im Rahmen der „Charta der Vielfalt“ richtet die Deutsche Telekom AG in Zusammenarbeit mit der BP Europa SE, der Daimler AG und der Deutschen Bank AG, den Erstunterzeichnern der Charta, sowie mit der Unterstützung der Regiestelle der „Charta der Vielfalt“ am 23. September 2010 in Berlin einen Kongress aus.
Thema des Kongresses ist die zunehmende Vielfalt des Arbeitsmarktes in Deutschland und die damit einhergehenden Veränderungen. Mit dem Kongress soll auch ein Impuls für die inhaltliche Weiterentwicklung der „Charta der Vielfalt“ gegeben werden. Die Organisatoren konnten prominente Rednerinnen und Redner gewinnen: Unter anderem die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer sowie Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Ebenfalls angefragt ist Arbeits- und Sozialministerin Dr. Ursula von der Leyen. Sie sprechen zu Themen wie die arbeitsmarktpolitische Relevanz von Diversity und die Bedeutung von Diversity für die Leistungsfähigkeit des deutschen Forschungs- und Innovationsstandorts. Neben den Vorträgen wird es in Fachforen Zeit für Diskussionen und einen Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geben. Der Kongress findet in Berlin in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom statt. Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung folgen in Kürze. Bei Rückfragen: charta_der_vielfalt@t-systems.com
Dr. Rainhardt Freiherr von Leoprechting, Präsident der Türkisch Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) über Vorteile der kulturellen Vielfalt.
„Vielfalt als wichtiger Wirtschaftsfaktor ist mitentscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Marktwirtschaft. Multikulturalität und Multilingualität bergen Potenziale in sich, aus denen insbesondere auch die Wirtschaft schöpfen kann. Die Initiative ‚Charta der Vielfalt‘ beinhaltet für unterzeichnende Unternehmen eine Selbstverpflichtung zur Wertschätzung der Vielfalt individueller oder gruppenspezifischer Fähigkeiten und Talente. Die TD-IHK war eine der ersten Einrichtungen, die sich im Jahr 2007 der ‚Charta der Vielfalt‘ angeschlossen hat.
Entsprechend den Marktentwicklungen und Trends der Internationalisierung der Wirtschaft, stellt Vielfalt eine besonders wichtige Ressource dar. Doch man kann eine Ressource nur ausschöpfen, wenn man sie auch fördert.
Die TD-IHK leistet ihrerseits einen eigenen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Unternehmen. Mit dem TD-IHK Ausbildungsprojekt ‚Integration durch Ausbildung‘ verfolgen wir das Ziel, noch mehr Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund für neue Ausbildungsbetriebe in Deutschland zu gewinnen. Dabei ist es uns allerdings auch sehr wichtig, die mittelständische Wirtschaft in Deutschland insgesamt stärker zu motivieren, mehr Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte auszubilden. Wir wissen um deren Potenziale und um die Chancen, die Unternehmer haben, wenn sie besonders diese Jugendlichen mit Zusatzkompetenzen bewusst für ihre unternehmerischen Ziele ausbilden und einsetzen.
Die Gesellschaft sollte motivierter und konsequenter das Ziel verfolgen, Jugendliche mit Migrationshintergrund zu fördern und ihre Potenziale als Chance zu erkennen. Als Unternehmerverband haben wir einen besonderen Einblick in die Dynamik der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Wirtschaftlicher Erfolg basiert zunehmend auf der Nutzung interkultureller Kompetenz. Für uns, die wir Märkte vernetzen und erschließen, ist dies eine Selbstverständlichkeit. Mit der Unterzeichnung der ‚Charta der Vielfalt‘ haben wir unser Selbstverständnis als kulturell offenes und integrierendes Unternehmen untermauert.“

Die 30-köpfige Belegschaft der Malermeister Ahle GmbH ist seit jeher vielfältig: „Es gab Zeiten, da hatte über die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Migrationshintergrund“, sagt Geschäftsführer Dietmar Ahle. In seinem Betrieb werden alle integriert – unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder der Nationalität.
Bei einer vielfältigen Belegschaft ist ein vorurteilsfreies Miteinander für die Motivation und die Mitarbeiterbindung entscheidend. Mit vielen kleineren und größeren Maßnahmen wird daher die Vielfalt im Betrieb gefördert. So ist es Ahle ein Anliegen, das Verständnis für die Kultur der anderen zu fördern. Deshalb organisierte der Betrieb für alle Auszubildenden einen Besuch in einer Moschee im vergangenen Jahr. Bei der Führung wurden die Grundzüge des Islams erklärt. „Die Kollegen bekommen ja mit, wenn eine türkische Mitarbeiterin oder ein türkischer Mitarbeiter zum Beispiel während des Ramadans nicht an der Mittagspause teilnimmt. Durch den Besuch wurde allen bewusster, warum das so ist“, sagt Ahle.
Manchmal reichen schon kleine Überlegungen, um gelebte Vielfalt zu unterstützen. Ahle hat derzeit zwei Auszubildende, die zur Malerin und Lackiererin ausgebildet werden. Als Ahle sie einstellte, suchte er bewusst zwei Mädchen aus. „Ich wollte, dass die beiden sich auch untereinander austauschen können und nicht nur Männer als Gesprächspartner haben“, erklärt Ahle.
Der Betrieb sorgt außerdem dafür, dass auch behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter integriert werden. Der langjährige Mitarbeiter Dietmar Hüser ist taubstumm. Seit 1995 arbeitet der Maler- und Lackiergeselle für die Malermeister Ahle GmbH. Damit er mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Alltag kommunizieren kann, hat der Betrieb Seminare für Gebärdensprache für die Kolleginnen und Kollegen organisiert. Bei Fortbildungsveranstaltungen oder bei der Weihnachtsfeier holt der Betrieb eine Dolmetscherin oder Dolmetscher dazu, damit die Verständigung noch einfacher ist.
Ahle möchte in seinem Betrieb nicht nur gezielt Aspekten von Vielfalt gerecht werden, sondern durch bestimmte Maßnahmen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem guten Arbeitsumfeld beitragen. So ist auch die Gesundheit der Belegschaft ein Thema der Unternehmensphilosophie. In dem Betrieb fällt körperlich schwere Arbeit an. Zwar lernen alle Auszubildenden, wie man richtig hebt und trägt. Technik allein reicht jedoch nicht, oft ist Kraft gefragt. Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt und bewusst trainieren können, zahlt ihnen der Betrieb einen Beitrag für das nahe gelegene Fitness-Studio.
Für die gelebte Vielfalt im Unternehmen erfuhr der Betrieb schon Anerkennung: 2009 kam er unter die Top 5 der favorisierten Unternehmen für den „Unternehmenspreis Vielfalt in OWL“, verliehen von der Initiative für Beschäftigung OWL e.V..
Die Bundesinitiative „Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ fördert Projekte, die die Situation von erwerbstätigen Frauen verbessern. Das Programm wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) entwickelt. Insgesamt stehen Bundesmittel und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 110 Millionen Euro zur Verfügung.
Im Rahmen der Initiative werden Projekte von juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts und rechtsfähigen Personengesellschaften (z.B. Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen, Bildungsträger) gefördert, die zur Stärkung der beruflichen Chancengleichheit beitragen. Die „ESF-Richtlinie zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ legt die Voraussetzungen der Förderung fest. Die Vorhaben müssen insbesondere einem von fünf Handlungsfeldern der Initiative zuzuordnen sein: Dazu zählen beispielsweise innovative Ansätze zur Arbeitszeitgestaltung oder Maßnahmen betrieblicher Personalpolitik im Umgang mit dem demografischen Wandel. Als förderfähige Maßnahmen gelten damit etwa Programme des Talent-Managements, flexible Arbeitszeitmodelle, Mentoring-Programme oder Führungskräfteseminare für Frauen.
Interessentinnen und Interessenten können sich bei der Regiestelle „Bundesinitiative zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ jederzeit für eine Förderung bewerben: Telefon 030/39927-3334, E-Mail: regiestelle@bundesinitiative-gleichstellen.de. Nähere Informationen: http://www.bundesinitiative-gleichstellen.de.
Drei Hamburger Unternehmen wurden am 7. Juni 2010 im Rathaus mit dem Förderpreis „Vielfalt in Ausbildung 2010“ ausgezeichnet.
Der Preis ging in diesem Jahr an die Betriebe Kühne+Nagel AG & Co. KG, die Filiale der Auto Wichert GmbH in der Ulzburger Straße und Haar & Cosmetic by Mister No. Hamburgs zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch und der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig Holstein e. V., Uli Wachholtz, zeichneten die drei Unternehmen für ihr Engagement für Jugendliche mit Migrationshintergrund aus. Den Förderpreis hatten die UVNord und die BQM – Beratungs- und Koordinierungsstelle zur beruflichen Qualifizierung junger Migrantinnen und Migranten zum sechsten Mal gemeinsam ausgelobt. Mit dem Preis sollen Unternehmen ermutigt werden, sich für die Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund stark zu machen.
Mehr unter: http://www.bqm-hamburg.de/c_news_010.php.
Der Völklinger Kreis – Bundesverband schwuler Führungskräfte verleiht in diesem Jahr zum sechsten Mal den Max-Spohr-Managementpreis. Bewerbungsschluss ist der 10. August 2010.
Ausgezeichnet werden Unternehmen, die Vielfalt durch Diversity Management fördern und insbesondere Programme für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender eingeführt haben. Für den Max-Spohr-Preis können sich Unternehmen aus allen Branchen sowie Organisationen und Institutionen bewerben, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen. Die Ausschreibungsunterlagen können Interessierte bei der Geschäftsstelle des Völklinger Kreis anfragen. Die Bewerbungsunterlagen sind bis spätestens zum 10. August 2010 einzureichen. Die feierliche Preisverleihung findet am 7. Oktober 2010 in Berlin statt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
Wie sehen die Qualifikationsprofile behinderter Menschen aus? Welche finanzielle und technische Unterstützung gibt es bei der Ausbildung und Einstellung von Menschen mit Behinderung? Diesen und anderen Fragen stellen sich Expertinnen und Experten am Montag, den 5. Juli 2010, um 19 Uhr im Annedore-Leber-Berufsbildungswerk in Berlin. Der Verein Berliner Wirtschaftsgespräche hat die Veranstaltung unter dem Motto „Fehlende Auszubildende und Fachkräfte – Eine Chance für Menschen mit Behinderung?“ organisiert. Sie kostet 12 Euro. Mehr Informationen finden Sie hier.
Zum Thema „Diversity und Führung“ gibt es am 17. August 2010 ein Tagesseminar des Bremer Forums Diversity. In dem Seminar sollen Strategien und Konzepte für Führungskräfte vermittelt werden, um auf die Vielfalt im Unternehmen und der Kundschaft eingehen zu können. Das Seminar findet von 10 Uhr bis 16 Uhr im Paritätischen Bildungswerk, in der Faulenstraße 31, statt. Für Privatpersonen und Menschen, die im Non-Profit-Bereich arbeiten kostet die Teilnahme 45 Euro. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen zahlen 65 Euro. Mehr Informationen zur Anmeldung gibt es hier.
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