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Ausgabe 03/2010
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Kongress „Charta der Vielfalt“
Am 23. September 2010 findet in Berlin der Kongress „Charta der Vielfalt“ statt. Thema der Veranstaltung ist die zunehmende Vielfalt des Arbeitsmarktes in Deutschland und die damit einhergehenden Veränderungen.
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Die Charta im Wortlaut
Die Vielfalt der modernen Gesellschaft, beeinflusst durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, prägt das Wirtschaftsleben in Deutschland...
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Pressemitteilung
Kleine Unternehmen bieten Auszubildenden mit Zuwanderungshintergrund innovative und maßgeschneiderte Lösungen. Großunternehmen haben in den beiden vergangenen Jahren verstärkt Verfahren und Einrichtungen zur Konfliktbewältigung installiert und die interkulturelle Kompetenz ihrer Ausbilder gefördert. Der Öffentliche Dienst ist zum Vorreiter bei der gezielten Ansprache von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien geworden. Für alle Bereiche wird die gezielte Nutzung von Vielfalt immer wichtiger, weil der Anteil von Auszubildenden aus Zuwandererfamilien insgesamt steigt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Gesamtauswertung des Wettbewerbs „Kulturelle Vielfalt in der Ausbildung“, dessen Gewinner heute von der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, ausgezeichnet wurden.
Insgesamt wurden 14 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen prämiert. Der Wettbewerb ist Teil der Kampagne „Vielfalt als Chance“, die seit Sommer 2007 von der Integrationsbeauftragten geführt wird mit dem Ziel, kulturelle Vielfalt als Erfolgsfaktor in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung stärker zu verankern. An dem Wettbewerb konnten sich Firmen und Institutionen beteiligen, die sich in besonderer Weise um die Ausbildung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien verdient machen.
Böhmer zeigte sich erfreut über die eingereichten Beiträge: „Die vielen guten Beispiele zeigen, dass Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zunehmend erkennen: Kulturelle Vielfalt bringt Wettbewerbsvorteile, etwa bei der Ansprache von Kunden im In- und Ausland oder bei der Kommunikation mit den Bürgern. International aufgestellte Großunternehmen sind bei der strategischen Konzeption und praktischen Umsetzung von Integrationsmaßnahmen tonangebend. Ganz besonders beeindruckt haben mich aber auch die vielen kleinen Unternehmen, die Beachtliches leisten. Die ‚Kleinen’ sind mit ihrer Flexibilität und Kreativität ganz große Vorbilder bei der Nutzung von Vielfalt als Chance in und für Deutschland.“ Böhmer wies zugleich auf die Entwicklungspotenziale hin: „Insgesamt zeigt der Wettbewerb, dass ein kluger Umgang mit Vielfalt angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger wird.“
71 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen hatten Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Die Gewinner wurden von einer Expertenjury ermittelt. Die 1. Preise gehen an die Ford-Werke GmbH Köln (Kategorie Großunternehmen), die Hamburger Oktober Betriebe (Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen), das Ingenieurbüro M. Kaiser aus Dortmund (Kategorie Kleinstunternehmen) und die bayerische Landeshauptstadt München (Kategorie öffentliche Verwaltung). Die Sieger erhalten jeweils 15.000 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten 10.000 beziehungsweise 5.000 Euro. Das Preisgeld soll für den weiteren Ausbau der Integrationsmaßnahmen eingesetzt werden. In der Kategorie Großunternehmen werden anstelle der Geldpreise Auszubildende aus den Gewinnerbetrieben zu einer mehrtägigen Reise nach Berlin eingeladen. Die Preise wurden gemeinschaftlich von Daimler, der Deutschen Bank, der Deutschen Telekom und der Integrationsbeauftragten gestiftet.
Aus der Gesamtauswertung der Wettbewerbsbeiträge ergibt sich:
• Die Wichtigkeit eines kulturellen Diversity Management wird zunehmend erkannt. Viele der Wettbewerbsteilnehmer haben in den vergangenen beiden Jahren ihre Strategien und Maßnahmen zum Umgang mit kultureller Vielfalt deutlich intensiviert. Insgesamt wird kulturelle Vielfalt derzeit aber noch eher als Kommunikationsthema aufgegriffen, denn als Vorteil systematisch genutzt, etwa im Sinne einer Kosten-Nutzen-Analyse. Eine insgesamt noch stärkere unternehmerische Ausrichtung und systematische Umsetzung von Diversity Management wäre lohnend – für die Beschäftigten und Auszubildenden genauso wie für die Arbeitgeber.
• Kleine und Mittlere Unternehmen wie auch Kleinstunternehmen überzeugen durch innovative und maßgeschneiderte Lösungen. Sie gehen auf die spezifischen Bedürfnisse von Auszubildenden mit Zuwanderungshintergrund individuell ein und nutzen deren besondere Kompetenzen effektiv. Kleinere Unternehmen bieten ohnehin besonders viele Ausbildungsplätze an, noch dazu besonders häufig Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund. Damit nutzen sie schon heute in vorbildlicher Weise die Chancen kultureller Vielfalt.
• Großunternehmen stehen vor besonders großen Herausforderungen in ihrem Umgang mit kultureller Vielfalt – zum einen, weil sie durch internationale Wirtschaftsbezüge besonders von kultureller Vielfalt profitieren können, zum anderen, weil ihre finanziellen und personellen Ressourcen ihnen die systematische Nutzung von Vielfalt erlauben. Dazu gehört auch die systematische Suche und Auswahl von Auszubildenden mit Zuwanderungshintergrund sowie deren Entwicklung und gezielte Platzierung im Unternehmen.
• Der Öffentliche Dienst hat sich in den letzten Jahren zum Vorreiter bei der gezielten Ansprache von Auszubildenden mit Zuwanderungshintergrund entwickelt. Viele öffentliche Verwaltungen bemühen sich darum, als Arbeitgeber für diese Zielgruppe attraktiv zu sein. Mit Erfolg: Der Anteil von Auszubildenden mit Zuwanderungshintergrund steigt – und in ein paar Jahren werden sie auch die Belegschaften deutlich vielfältiger machen. Sie als Arbeitnehmer systematisch zu entwickeln und die gesamte Organisation zur Nutzung ihrer spezifischen Kompetenzen zu befähigen, ist die kommende Herausforderung für öffentliche Arbeitgeber.
• Je jünger die Beschäftigten sind, desto höher ist der Anteil von Personen mit Zuwanderungshintergund. Bei den Wettbewerbsteilnehmern ergibt sich folgendes Bild:
In der Kategorie Großunternehmen haben 19% der Auszubildenden einen Zuwanderungshintergrund (Beschäftigte insgesamt: 17%),
in der Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen 38% (Beschäftigte insgesamt: 23%),
in der Kategorie Kleinstunternehmen 54% (Beschäftigte insgesamt: 40%) und
in der Kategorie öffentliche Verwaltung 25% (Beschäftigte insgesamt: 12%).
Dieser Trend ergibt sich aus der demografischen Entwicklung und wird sich in Zukunft weiter verstärken. Unternehmen und Verwaltungen sollten ihn durch systematisches Diversity Management zum eigenen Vorteil nutzen.
Der Abschluss dieses Wettbewerbes ist gleichzeitig der Auftakt eines zweiten Wettbewerbes im Rahmen der Kampagne „Vielfalt als Chance“. Unter dem Motto „Kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz“ geht es jetzt um den Umgang mit kultureller Vielfalt in der gesamten Personalrekrutierung und im Personalmanagement. Teilnahmebögen können ab sofort im Internet unter www.vielfalt-als-chance.de/wettbewerb abgerufen werden. Einsendeschluss ist der 8. September 2008. Böhmer: „Wir hoffen, dass sich diesmal noch mehr Unternehmen und Institutionen beteiligen.“
Die Preisträger:
Kategorie Großunternehmen (mehr als 500 Beschäftigte)
1. Platz: Ford-Werke (Köln)
2. Platz: IKEA Deutschland
Sonderpreis: Auszubildende der Deutschen Bahn für das Projekt „Bahn Azubis gegen Hass und Gewalt“
Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen (50 bis 500 Beschäftigte)
1. Platz: Oktober Betriebe (Hamburg)
2. Platz: pro Sanitate Gesundheitsdienste (Hamm)
Sonderpreis: ViA Bochum e.V.
Kategorie Kleinstunternehmen (weniger als 50 Beschäftigte)
1. Platz: Ingenieurbüro M. Kaiser (Dortmund)
2. Platz: Steuerberatung Anastasios Klintsaris (Lüdenscheid)
3. Platz: Café Longobucco (Weissach im Tal) und Prestige.com GmbH (Hamm)
Sonderpreis: Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer e.V. (Nürnberg)
Kategorie öffentliche Verwaltung
1. Platz: Landeshauptstadt München
2. Platz: Stadt Essen
3. Platz: Senat der Freien und Hansestadt Hamburg
Nähere Informationen zu den Preisträgern und zur Auswertung der Wettbewerbsbeiträge sowie den Newsletter finden Sie auf www.vielfalt-als-chance.de und erhalten Sie in der Pressestelle der Kampagne „Vielfalt als Chance“:
Regiestelle „Vielfalt als Chance“
c/o ergo Kommunikation
Dr. Alexander Bürgin
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
030-201805-11
presse@vielfalt-als-chance.de